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Behinderungsformen und Aufnahme

Behinderungsformen:

Wie an allen Schulen für Körperbehinderte können die Behinderungen der Schülerinnen und Schüler sehr unterschiedlich sein. Es gibt Kinder und Jugendliche, die sich selbständig weder zu Fuß noch im Rollstuhl fortbewegen können, aber auch Schüler, denen man auf den ersten Blick kaum eine Behinderung ansieht.

Viele Schülerinnen und Schüler der Hugo-Kükelhaus-Schule haben eine cerebrale Bewegungsstörung. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine Schädigung der Gehirnabschnitte, die für Bewegungen zuständig sind. Wenn hier am Anfang der Nervenbahnen eine Störung vorliegt, werden Bewegungsimpulse nicht korrekt an die Gliedmaßen weitergegeben. Dabei können einzelne Körperteile (Arme, Beine) oder der gesamte Bewegungsapparat (teilweise einschließlich der Sprechwerkzeuge) betroffen sein. Selbständige Bewegungen einzelner Gliedmaßen sind bei manchen Schülern fast völlig unmöglich, bei anderen ist lediglich die „Feinabstimmung" bestimmter Bewegungsorgane (z.B. Greifen, Malen, Schreiben) gestört.

Es gibt jedoch auch Körperbehinderungen, die nicht auf Hirnschädigungen zurückzuführen sind. Bei einem Teil unserer Schüler liegen Muskelerkrankungen, Fehlbildungen an Gliedmaßen oder Querschnittslähmungen vor. Auch Schüler mit chronischen Krankheiten (z.B. Herzkranke, Bluter) sind teilweise an einer Körperbehindertenschule zu finden.

In fast jeder Klasse unserer Schule sind auch Kinder oder Jugendliche mit einem cerebralen Anfallsleiden (Epilepsie), häufig verbunden mit andauernden Bewegungsstörungen.

Bei einigen Schülern läßt sich die medizinische Diagnose nicht mit den bisher genannten Begriffen zusammenfassen. Es gibt eine Vielzahl weiterer Behinderungsformen, die hier nicht alle genannt werden können.

Zusätzlich zu ihrer Körperbehinderung haben die meisten unserer Kinder und Jugendlichen weitere Probleme: Sprachbehinderungen, Wahrnehmungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Lernschwierigkeiten, intellektuelle Beeinträchtigungen ... .

Kriterien für die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern

(Erarbeitet im Verlauf einer pädagogischen Konferenz am 17.03.2000 / überarbeitet im Oktober 2009 )

Unsere Schule ist primär der Förderort für körperbehinderte Kinder und Jugendliche, die am Unterricht einer Allgemeinen Schule - auch im „Gemeinsamen Unterricht" (GU) - nicht erfolgreich teilnehmen können.

1. Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“

Als körperbehindert gelten Kinder, wenn- die Bewegungsstörung die Fortbewegung und/oder

  • die Bewältigung alltäglicher Handlungsvollzüge wesentlich einschränkt.
  • die Hilfsmittelversorgung nur an unserer Schule und nicht im Kind-Umfeld geleistet werden kann.
  • Art und Ausmaß der Körperbehinderung eine Integration an einer anderen Schulform nicht zulässt.
  • eine chronische oder progrediente Erkrankung mit erhöhtem Gesundheitsrisiko und/oder Pflegebedarf und/oder langen krankheitsbedingten Ausfällen vorliegt.

2. Förderschwerpunkt „Lernen“

Lernbehinderte Schüler mit diffusen syndromartigen Auffälligkeiten (leichte motorische und perzeptive Einschränkungen) sollen grundsätzlich an der Schule für Lernbehinderte gefördert werden. Argumente für die Einschulung an unserer Schule können sein:

  • Das Kind ist in seinen Handlungsmöglichkeiten multipel und diagnostizierbar eingeschränkt. z.B. durch grobmotorische Auffälligkeiten + gestörte Auge-Hand-Koordination + gestörte Raum-Lage-Wahrnehmung + Konzentrationsprobleme.
  • Es liegen extreme psychosoziale Bedingungen vor, die einen erfolgreichen Besuch der Schule mit dem Förder-schwerpunkt „Lernen“ im Sinne einer fortschreitenden Entwicklung verhindern.

3. Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“

Kinder, die im Einschulungsalter einen Entwicklungsrückstand von mindestens 3 Jahren gegenüber Kindern ohne Behinderungen aufweisen, gelten als geistigbehindert und sollen grundsätzlich an der Schule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ gefördert werden.

Unsere Schule kommt als Förderort für geistigbehinderte Kinder in Frage, wenn aufgrund einer Bewegungsstörung die Fortbewegung und/oder die Bewältigung alltäglicher Handlungsvollzüge wesentlich eingeschränkt ist oder nur an unserer Schule eine adäquate Hilfsmittelversorgung gewährleistet werden kann.

4. Förderschwerpunkt „Emotionale und soziale Entwicklung“

Auch für Kinder mit ausgeprägtem autistischen Verhalten kann unsere Schule der geeignete Förderort sein.

5. Schwermehrfachbehinderung

Schwermehrfachbehinderte, die eine körperliche und geistige Behinderung sowie evtl. auch Sinnesschädigungen aufweisen, sollten nur dann in unserer Schule aufgenommen werden, wenn die Körperbehinderung und der entsprechende Therapiebedarf im Vordergrund stehen.

6. Sinnesschädigung

Sinnesgeschädigte Kinder bedürfen in der Regel eines speziellen Fachpersonals und besonderer Hilfen, um spezielle Kommunikationsformen erlernen zu können. Unsere Schule kann diesem Förderbedürfnis nicht entsprechen. Zudem kann unsere Schule z.B. gehörlosen Kindern kein angemessenes soziales Umfeld bieten.

Auch für Kinder, auf die keines dieser Kriterien zutrifft, kann unsere Schule der geeignete Förderort sein.

Voraussetzung für die Empfehlung eines Förderortes ist aber immer die genaue Kenntnis der konkret in Frage kommenden Schulen. Wenn mehrere Förderorte in Frage kommen, erscheint für die Entscheidung die Zusammenarbeit mit Kollegen der entsprechenden Schule(n) sinnvoll. Die Möglichkeit eines späteren Förderortwechsels ist optionaler Bestandteil unserer Schularbeit.